Josefstag

Das Kalenderblatt für den 19. März trägt noch immer die in rot gehaltene Schrift „Hochfest des Heiligen Josef“ und meint damit den im Volke tief verwurzelten „Josefstag“. Er ist einer der Tage, die in weiten Teilen unseres Volkes noch immer als „kirchlicher“ Festtag betrachtet und vielerorts auch so gefeiert werden.

 In Haslach-Schnellingen treffen sich in jahrzehntelanger Tradition im Gasthaus Blume am Josefstag um 19.30 Uhr die Namensträger zu ihrer gemeinsamen Namenstagsfeier. Bei uns erinnern sich noch recht viele an die Zeit, in welcher an diesem Tag schulfrei war und in vielen Gemeinden, vor allem auf dem Lande so etwas wie eine „Feiertagsruhe“ herrschte.

Aus der Zeit, als der 19. März in Haslach noch Feiertag war, stammt auch der „Josefsmarkt“ droben in Schiltach und einen stets großen Zuspruch erfährt an diesem Tag die Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ in Zell am Harmersbach, denn die dortigen Kapuziner laden am Josefstag zur Männerwallfahrt ein, zur Vorbereitung auf das nahende Osterfest. Und da wären dann noch all jene, die morgen ihren Namenstag feiern, die auf den Namen Josef, Josefa oder Josefine getauft sind. Man trifft sich da in Haslach-Schnellingen und in Steinach jeweils schon in jahrzehntelanger Tradition und feiert in geselliger Runde  den gemeinsamen Festtag.

Der heilige Josef gehört zu den „stillen“ Heiligen der Kirche, doch sein Namensfest gehört zu den alten kirchlichen Festtagen. Dass er, der Zimmermann aus Nazareth und der Nährvater Jesu in die „Heiligen Hirarchie“ aufgestiegen ist, das hat er vor allem den Habsburgern zu verdanken. Nach der siegreichen Schlacht am Weißen Berg in Prag im Jahre 1620 hatte Kaiser Ferdinand II. angeregt, der Papst möge den 19. März, den Josefstag, als Feiertag einsetzen. Der Kaiserhof unterstützte dieses Anliegen mit der Ansiedelung von Ordensgemeinschaften, die den heiligen Josef besonders verehrten und das waren die Franziskaner und Kapuziner. Kein Wunder, dass sich in der Haslacher Klosterkirche eine sehr schöne Darstellung des Heiligen Josef findet, das „Sterben des Heiligen“, ein Werk des Wolfacher Barockmalers Johann Georg Hildbrandt. Der Heilige Josef ist natürlich neben zahlreichen weiteren Patronaten der Schutzpatron der Zimmerleute und sein Namenstag ist ein noch immer tief im Volke von Haslach verwurzeltes Fest.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort